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Alles begann 1979, als Heinrich Hugendubel am Marienplatz in München seine Vision vom modernen Buchhandel verwirklichte. Eine Welt der Bücher auf mehreren Etagen, erstmals Rolltreppen in einer Buchhandlung, freier Zugang für jedermann zu allen Büchern, Leseinseln zum Verweilen und Lesen. Hugendubel hatte den Nerv der Zeit getroffen und setzte mit dieser Buchhandlung eine hohe Latte für Wettbewerber. Und dennoch, Hugendubel am Marienplatz blieb einmalig, sein Ruf eilte in die Republik und über die Landesgrenzen hinweg. Es folgten einige umfangreiche Renovierungsmaßnahmen und bedeutsame Erweiterungen. So wurde in der obersten Etage auch ein großes Café eröffnet. Im Januar 2016 musste Hugendubel am Marienplatz seine Pforten schließen, der Mietvertrag wurde nicht zur Verlängerung angeboten – ein schwerer Tag, für Mitarbeiter, Kunden und zahllose entsetzte Münchner. Zum Glück konnten Nina Hugendubel und ihr Bruder Maximilian Hugendubel, beide geschäftsführende Gesellschafter und in 5. Generation in der Verantwortung des inhabergeführten Unternehmens, das Blatt wenden.

Am 1. August 2017, nach eineinhalbjähriger Komplettsanierung des Hauses, gab es die mit Spannung erwartete Wiedereröffnung. Mit den Worten „Herzlich willkommen zurück!“ begrüßte Nina Hugendubel mit dem Team des Marienplatzes die Kundschaft und lud zum Wohlfühlen und Verweilen ein. Gemeinsam mit dem Architektenbüro Schwitzke hat Hugendubel ein neues Konzept entwickelt, das abermals neue Maßstäbe setzt. Wenngleich die neue Buchhandlung nur mehr zwei Etagen nutzen kann, sind auf diesen 1.200 qm Verkaufsfläche doch wieder mehr als 100.000 Titel zu finden.

„Für uns gehören Bücher in die Innenstädte.“

Maximilian Hugendubel

Der neue Eingang ist wie ein Empfangsfoyer gestaltet und führt direkt auf die wohlbekannten Rolltreppen. Beide Buchhandelsetagen gruppieren sich um je einen zentralen Lounge-Bereich. Hier dürfen sich die Kunden eingeladen fühlen, sich aufzuhalten, miteinander auszutauschen, zur Ruhe zu kommen, zu lesen oder sich gerne von den Buchhändlern kompetent beraten zu lassen. Dies lässt sich natürlich auch wunderbar im „Café des Lesens“ fortführen, das im zweiten Stock zu finden ist.

„Lesen gehört in die Mitte der Gesellschaft.“ 

Nina Hugendubel

Im neuen Hugendubel am Marienplatz sind 30 Buchhändlerinnen und Buchhändler tätig. Viele sind langjährige Mitarbeiter, die mit der Filialleiterin Christine Weber ihr Bestes geben, damit sich die Kunden wohlfühlen. Frau Weber weist beispielsweise auf den Beratungsbereich für den E-Book-Reader tolino hin, der im 1. OG platziert ist. „Dialog“ wird am neuen Marienplatz groß geschrieben – und „Die Vernetzung von Online- und Filialgeschäft ergänzt sich bestens“, sagt Maximilian Hugendubel. Der moderne Buchhandel ist am Marienplatz präsent.

büchermenschen:

Christine Weber (48), ein echtes Münchner Kindl, ist seit 1997 bei uns. Zu ihrem 20-jährigen Jubiläum hatte sie im Sommer angesichts der Wiedereröffnung des Marienplatzes alle Hände voll zu tun.

Ihre schönste Erfahrung beim Endspurt vor der Eröffnung?
Jeder hat angepackt! Bis zu 20 Kollegen, also 40 tatkräftige Hände, aus Münchner Filialen haben täglich geholfen. Toller Teamgeist!

Ihre verrückteste Leidenschaft?
Verrate ich nicht, dafür aber eine der größten Leidenschaften – Katzen.

Ihre erste Romanlektüre?
„Die bewohnte Frau“ von Gioconda Belli und Salingers „Der Fänger im Roggen“, noch immer eines meiner Lieblingsbücher.

In welcher Romanverfilmung wären Sie die Idealbesetzung?
In „Chocolat“ von Joanne Harris, gedreht in Flavigny-sur-Ozerain. Ich stand schon vor dem Laden und bewunderte die Kulisse.

Wem wären Sie gerne begegnet?
Astrid Lindgren – unbedingt!