Adrian Reiter hinkt. Sein eigener Vater machte ihn durch einen Axthieb untauglich für den ersten Weltkrieg. So bleibt er verschont, aber ein Gefühl der Scham wird sein ständiger Begleiter. Er wird Lehrer für Geschichte und Englisch und die beiden großen Kriege werden seine Lebensthemen. Dreimal trifft er in diesem Leben auf junge Männer, die stellvertretend für ihn gekämpft haben. Anhand dieser Begegnungen entfaltet sich die Erzählung, an deren Ende Adrian Reiter die Liebe findet. So ist es schlussendlich kein Buch über den Krieg, vielmehr ein Buch über das Überleben in unmenschlichen Zeiten. Ein historischer Roman, der in seinem gleichförmigen Erzählton eindringliche Bilder schafft, in der Beschreibung von Menschen, die versuchen, im Falschen das Richtige zu tun. Ein leises Plädoyer, unsere Zeit zu nutzen.

Empfohlen von Christiane Jungmeister,
Buchhändlerin,
Buchhandlung Bindernagel
Friedberg/Hessen

© privat

Mein Lieblingszitat:

„Ob wir es fertigbringen mit einer Hoffnung zu sterben, steht noch dahin, steht alles noch dahin.“

Aus „Steht noch dahin“ von Marie Luise Kaschnitz.