Eine liebevolle literarische Annäherung an ihre Mutter, die im Jahr 1986 durch einen Freitod aus dem Leben ihrer damals 26-jährigen Tochter verschwand. Behutsam und immer respektvoll versucht Hugues, die verschiedenen Puzzlestücke aus Erinnerungen, Tagebucheinträgen und Briefen zu einem stimmigen Bild zusammenzusetzen. Mir hat besonders gefallen, dass das Thema der bipolaren Störung nur einen Aspekt bildet, der nicht alle anderen Themen übertönt. Spannend sind auch die Überlegungen zum prägenden Charakter von Sprache, die durch viele Zitate aus dem Französischen, Alemannischen und Deutschen illustriert werden.
Trotz großer Themen heiter und leicht erzählt!

Empfohlen von Sibylle Luig
Buchhändlerin,
Hugendubel Berlin Kurfürstendamm
im Karstadt

© privat

Mein Lieblingszitat:

„Die Deutschen haben ein schönes Wort, um von Suizid zu sprechen. Der Freitod. […] Der Freitod macht aus der Selbstmörderin eine Aufsässige.“

Aus „So voller Leben“ von Pascale Hugues.