Einem Triptychon gleich entspinnt Ursula Krechel eine politische, feministische Geschichte, die ihren Ausgang in der Antike sucht. Da ist die alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Sie vergleicht ihr Leben mit der Lage des Kräutergeschäfts, in dem sie arbeitet: 2b und nicht 1a. Da ist andererseits die Politikerin, die sich zwischen Beruf und Familie aufreibt und Opfer einer Gewalttat wird. Beide verbindet eine Kundin des Kräuterladens, Lehrerin und schwer erkrankt, mit einer Passion für die Antike und das Schreiben. In ihren gesellschaftlichen Milieus sind die drei Frauen unterschiedlichen Formen physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Ein herausragendes Porträt des Widerstands gegen die zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft, eine Hymne auf die Stärke von Frauen.

Empfohlen von Susanne Ölke
Buchhändlerin
Nicolaische Verlagsbuchhandlung
Berlin-Friedenau

© privat

Mein Lieblingszitat:

„Zwei Möwen, lautlos und fast ohne Flügelschlag, umkreisen ihn. Zuerst sind sie schwarz, auf den zweiten Blick weiß, aber sieht überhaupt eine der Geretteten sie an, die erfundenen symbolischen Vögel?“

Aus „Sehr geehrte Frau Ministerin“ von Ursula Krechel.