Auch als eBook | Hörbuch auf Hugendubel.de erhältlich.
ALS VIELSEITIGE und oft zitierte Medienmacherin bewegt sich Sophie Passmann zwischen Literatur, Radio, Podcast und Fernsehen. Sie gilt als eine der prägenden Stimmen der jüngeren Generation und scheut sich nicht, gesellschaftliche Themen pointiert zu beleuchten. Das Theaterstück zum gleichnamigen Buch „Pick Me Girls“ von und mit Sophie Passmann stand am Berliner Ensemble erfolgreich auf dem Programm. Ihr Solo-Podcast „Der Sophie Passmann Podcast“ erreicht seit März 2025 wöchentlich eine große und treue Hörerschaft.
Sie haben ein Buch über Frauen im Internet geschrieben – was war der Anlass?
Ich schreibe immer gerne Bücher über Themen, die mich in dem Moment selber am meisten beschäftigen. Also, im Grunde schreibe ich Bücher, die ich selber gerne lesen würde. Und ich habe in den letzten Jahren wahnsinnig viel über Öffentlichkeit und Social Media und darüber, wie wir Frauen in der Öffentlichkeit behandeln, nachgedacht. Natürlich auch in Bezug auf mich selbst, aber auch in Bezug auf ganz viele andere Frauen. Und deswegen war der Anlass im Grunde mein eigener Instagram Account und der Instagram Account von jeder anderen Frau.
Wann haben Sie das letzte Mal über sich selbst gedacht „Wie kann sie nur?“
Es gibt zwei Situationen, die mir da einfallen. Die eine kommt auch im Buch vor: In dem Buch geht es viel um Popkultur aus den Vereinigten Staaten, konkret gesagt aus Los Angeles. Und wir haben uns dazu entschlossen, die Pressefotos – einen Teil der Pressefotos – in Los Angeles zu machen. Ich bin nicht extra dafür hingereist, ich war eh da. Aber das war so ein Moment, wo ich dachte, das ist schon ganz schön unverschämt, das ist schon ganz schön drüber. Das wird schon irgendwie auch nerven, dass ich das mache. Aber es war natürlich toll und die Fotos sind super geworden.
Und ehrlich gesagt glaube ich, dass ich das jeden Tag ein bisschen über mich denke. Zum Beispiel, wenn ich irgendwas auf Instagram poste. Weil ich denke, warum glaube ich jetzt, dass das so spannend ist, was ich zu erzählen habe, dass andere Leute das sehen müssen.
Was möchten Sie (jungen) Frauen mitgeben mit ihren Büchern und sprechen Sie eigentlich auch Männer an?
Ich möchte immer alle ansprechen und ich glaube sogar, dass dieses Buch hier das ist, was am meisten für alle Geschlechter ist. Auch wenn es in vielen Bereichen spezifisch um weibliche Popkultur geht, ist es am Ende ja Popkultur, die bei uns in der Welt vorgeht. Und Männer und Frauen teilen sich diese Welt. Deswegen möchte ich unbedingt auch Männer ansprechen. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass viele Themen, die mich faszinieren an meinem eigenen Aufwachsen, an meinem eigenen Durch-die-Welt-gehen Themen sind, die direkt oder indirekt mit meinem Frausein zu tun haben. Und deswegen fällt es mir leichter mit anderen Frauen zu connecten über meine Arbeit. Und am liebsten würde ich jungen Frauen mitgeben: Baut euch ein Leben, mit dem ihr euch im besten Fall von so wenig Leuten wie möglich abhängig macht.
„Männer und Frauen teilen sich diese Welt.“
Wenn Sie eine Regel für soziale Medien festlegen dürften, welche wäre das?
Ich glaube aktuell, die Regel, die mir am besten gefallen würde, wäre: Bevor man was kommentiert, muss man zwei bis drei kurze Fragen beantworten, die beweisen, dass man den Inhalt, den man da kommentiert, wirklich begriffen hat. Und im besten Fall auch verstanden hat, ob es KI ist oder nicht.
Was bedeutet für Sie „die beste Version von sich selbst sein“?
Die beste Version von sich selbst sein, bedeutet für mich: sich immer wieder mit der Frage zu beschäftigen, ob die Dinge, die man da tut, einen wirklich ausfüllen. Ob die Beziehungen, die man führt, einen ausfüllen. Ob die Art, wie man seinen Tag verbringt, einen ausfüllt und ob die Tage, die man hinter sich bringt, am Ende des Jahres in der Summe zu etwas werden, was man ein schönes Leben nennt.
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