Pierre Lemaitre
„Die Farben des Feuers“
Klett Cotta
25,– €

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Revanche für Madeleine

PARIS, 1927: Goldene 20er-Jahre? Eher Untergangsstimmung. Wie ein Symbol des Epochenwandels wirken die Trauerfeierlichkeiten für Marcel Péricourt. Weil der mächtige Bankier als Schlüsselfigur der französischen Wirtschaft galt, erweist ihm selbst der Präsident die letzte Ehre. Wer Rang und Namen hat, lässt sich bei dem Staatsakt sehen, der eines Monarchen würdig wäre – bis durch ein makabres Schaupiel alles ins Chaos kippt: Aus dem obersten Stockwerk des Stadtpalais der Péricourts stürzt sich der Enkel des Verstorbenen beinahe zu Tode. War der sonst so schüchterne Paul zu übermütig? Oder wurde der Siebenjährige in die Tiefe gestoßen? Doch nicht nur das mit knapper Not gerettete Kind bereitet seiner Mutter Madeleine Kummer. Die 36-Jährige ist Alleinerbin des Bankimperiums, aber als Frau nicht einmal berechtigt, einen Scheck zu unterzeichnen. Geschieden von einem Taugenichts, kann sie sich nun vor männlichem Beistand kaum retten. Ihr verschwenderischer Onkel Charles, ihr dichtender Liebhaber André, der sterbenslangweilige Prokurist Gustave – alle wollen angeblich nur ihr Bestes. Überdies schmieden im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirren Neider ein Komplott gegen die Péricourts. Aber da haben sie die Rechnung ohne Madeleine gemacht, die die Verhältnisse geschickt für sich zu nutzen weiß und – enttäuscht von der Justiz – als Racheengel vor nichts zurückschreckt. Das spektakuläre Sittengemälde einer Gesellschaft, die sich selbst zugrunde richtet – ein neues Meisterwerk von Goncourt-Preisträger Pierre Lemaitre!