Rita Mielke
„Als Humboldt lernte, Hawaiianisch zu sprechen“
Duden
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Exotische Begegnungen mit anderen Sprachwelten

WIE NUR KONNTEN Menschen vor Google Translate miteinander kommunizieren? Wie hat man sich früher verständigt? Dieses Geheimnis interessierte die Literaturwissenschaftlerin Rita Mielke. Sie hat recherchiert, wie die Menschen sich im Zeitalter der Entdeckungen verständigt haben. Beispiele schildert sie in 40 kuriosen Sprach-Anekdoten. Etwa die Geschichte, die sich um das Jahr 802 zutrug, als in der Stadt Aachen nach viereinhalb Jahren Reise eine Gesandtschaft aus Bagdad heimkehrte. Sie sollte im Auftrag Karls des Großen wirtschaftliche Beziehungen zu dem Kalifen von Bagdad knüpfen. Dass dies tatsächlich gelang, verdankte sie dem Fernhandelskaufmann Isaac, der neben Fränkisch auch Romanisch, Latein, Griechisch und etwas Arabisch sprach. Fast 1.000 Jahre später verkehrt Wilhelm von Humboldt, selbst leidenschaftlicher Sprachforscher, bei der Berliner Familie Rother und lernt dort einen jungen Hawaiianer kennen. Dieser Junge, der im Hafen von Honolulu die Besatzung des deutschen Schiffes mit Maika’s Maika’s – übersetzt „alles gut, alles sehr gut!“ – begrüßte, wurde von den deutschen Matrosen so genannt und mit nach Deutschland genommen. Neun Monate später geht Harry Maitey, wie er sich nun selbst nennt, in Swinemünde an Land und findet anschließend in Berlin Unterkunft beim Präsidenten der königlichen Seehandlung Christian Rother (1778 bis 1849). Diese charmanten Geschichten sind von Hanna Zeckau liebevoll illustriert und an passender Stelle gibt es Infokästen zu Wörtern wie „Ukulele“, „Harakiri“ oder „Beduine“. Sehr vergnüglich!