Christian Torkler
„Der Platz an der Sonne“
Klett-Cotta
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Spielball des Schicksals?

BERLIN, IN DEN Trümmerjahren um 1980: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik ist ein hartes Pflaster. In der Regierung geben sich Halunken die Klinke in die Hand, von denen einer geschickter als der andere ist, sich selbst zu bereichern. Im Gegensatz dazu hat Josua Brenner als Sohn kleiner Leute nicht die besten Karten, aber er lernt schon als Steppke anzupacken. Erst fährt er mit seiner Mutter Suppe aus, später schachert er auf dem Schwarzmarkt. Für den Übertritt ans Gymnasium hat Josua zwar die richtigen Noten, aber seine Mutter nicht genug Geld in der Haushaltskasse. So geht er in die Schule des Lebens bei Opa Lampbrecht, der immer Rat weiß. Im Lauf der Zeit entwickelt sich Josua zum tatkräftigen Tausendsassa. Bald laufen seine Geschäfte so gut, dass er als Familienvater Frau und Kind ernähren kann. Klar, die Strippenzieher des Regimes haben ihn auf dem Kieker, weil er nicht linientreu ist. Josua lässt sich jedoch nicht so leicht unterkriegen. Ihn treibt ein eiserner Wille, sein Glück zu machen. Erst als ihn die Ereignisse überrollen, bricht er auf ins reiche Afrika – wie all die vielen vor ihm in der Hoffnung auf ein besseres Leben in einer besseren Welt. Ein moderner Held, der sein Schicksal herausfordert, und ein faszinierendes Debüt, das Christian Torklers außergewöhnliches Erzähltalent beweist. Seine besondere Stärke: Er lässt glaubwürdige Figuren lebendig werden, deren Persönlichkeit er durch eine jeweils charakteristische Sprache unterstreicht. „Der Roman der Stunde – ein literarisches Ereignis“ (Juli Zeh).