Björn Natthiko Lindeblad, Caroline Bankler, Navid Modiri
„Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte“
dtv
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Kommt Zeit, kommt Rat

SOMMER 1969 bei den Großeltern auf einer Insel bei Karlskrona in Schweden: Der 8-Jährige Björn Lindeblad empfindet im Morgengrauen, alleine in der Küche, ganz umfassend ein Gefühl von „Willkommen zu Hause“. Ihn erfasst tiefe Dankbarkeit in diesem Moment reinen Empfindens. Der Augenblick vergeht, vergessen hat der Junge ihn nie. Sein Einstieg in das Berufsleben als Diplom-Kaufmann war geradlinig und erfolgreich: Wille und Disziplin ebneten seinen Weg – gepaart mit einer gewissen Leere. Er selbst sagt: “Ich steckte in finsteren Gedanken fest.“ Die Lektüre eines Buches machte ihn mit dem Thema Meditation bekannt, er atmete bewusster. Die Ruhe kam zurück und Björn Lindeblad ließ im wahrsten Sinne des Wortes los. Atme mehr, denke weniger – er kündigte seinen Job, arbeitete als Tellerwäscher, studierte kurzzeitig Literatur und reiste mit dem Rucksack nach Indien. In Thailand begann schließlich sein Weg zum Buddhismus und sein Leben als Waldmönch. Im Frühjahr 1992 erhielt er den Mönchsnamen Natthiko – „der an Weisheit gewinnt“. Und er gewann tatsächlich viel: ein neues Leben, eine neue Identität und neue Herausforderungen. Knapp zwei Jahrzehnte, über die er sehr anschaulich berichtet. Erst 2008 siedelte er wieder nach Schweden um – und fiel in eine Phase der Depression und Krankheit. Nach vielen Monaten wagte er den Schritt, als Meditationslehrer tätig zu werden – mit zunehmendem Erfolg. Im September 2018 teilten ihm Ärzte mit, dass er an ALS erkrankt ist. So ist diese trotz allem optimistische Lebensgeschichte mit Hilfe seiner guten Freunde Caroline Bankler und Navid Modiri entstanden. „Wir lernen in Windstille, um uns bei Sturm daran zu erinnern.“