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Mailand, 1979: Der 14-jährige Tonino versteht nicht, warum er mit seiner Mutter Valeria Hals über Kopf vor der Polizei fliehen muss. Und erst recht nicht, warum sie, die wahrheitsliebende Journalistin, plötzlich lügt. Unterwegs erzählt sie Tonino dann endlich die Geschichte ihres Lebens. Es war einmal, einst nach dem Krieg: In der Villa Rivolta verbringen Valeria und Piero eine glückliche Kindheit miteinander – sie als Tochter einer Hausangestellten, er als Sohn des Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Wird ihr Schwur ewiger Freundschaft halten? Als Piero sein Erbe in der Firma antreten muss und die reiche Lele heiratet, stürzt sich Valeria in eine Affäre mit dem Arbeitersohn Flavio. Doch sie kann Piero nicht vergessen. Und er sie auch nicht …
Zwischen mondänen Partys und revolutionären Filmclubs bleibt die große Frage: Bestimmt das familiäre Erbe die Identität? Oder gelingt es, sich davon zu lösen? Ein grandioses Epos von Daniel Speck, dem Meister der cineastischen Erzählkunst!
3 Fragen an Daniel Speck
Welche Bezüge zu Ihrem Sensationserfolg „Bella Germania“ hat Ihr neues Epos „Villa Rivolta“?
„Villa Rivolta“ ist die Geschichte, die parallel zu „Bella Germania“ stattfindet – in der Villa der Mailänder Unternehmerfamilie, die hinter der Fabrik liegt, wo die Isetta gebaut wurde. Einige Figuren tauchen wieder auf – Giulietta und Enzo –, aber die Protagonisten Piero Rivolta und Valeria Fabrizi sind neu.
Wie haben Sie entdeckt, dass in der Mailänder Villa Rivolta eine grandiose Geschichte schlummert?
Mich interessieren transgenerationale Themen – wie eine Generation ihre ungeöffneten Koffer voller Geschichten, Wunden und Überzeugungen an die nächste weitergibt. Und mich interessieren Kontraste zwischen verschiedenen Milieus. In der Villa Rivolta fand ich einen spannenden Mikrokosmos der italienischen Gesellschaft.
Was macht Italiens goldene Zeit in den 50er und 60er Jahren für Sie romanreif?
Als Piero Rivolta mir seine Fotoalben zeigte, sah ich nicht nur einen Roman, sondern einen großen Film: Die mondänen Feste im Park der Villa, das Riva-Boot auf dem Lago Maggiore, die Sommerferien im toskanischen Landhaus… aber auch das einfache Leben der Hausangestellten, Sekretärinnen und Arbeiter im bunten Navigli-Viertel: Diese Zeit war vielleicht die beste, die wir je hatten. Nicht perfekt, aber leichter, optimistischer.




