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Peter Kaiser wurde 1960 im Mainviereck, linke Ecke, geboren – für Ortsunkundige schlicht Miltenberg am Main. Nach dem Abschluss eines Lehramtsstudiums gestand er sich ein, dass eine Nachteule schwer um 8 Uhr vor einer lebendigen Klasse antreten kann. Die Öffnungszeiten im Buchhandel waren ideal. So kam der Quereinsteiger 1989 zu Hugendubel. Von München ging es über die erste Filialleitung nach Würzburg – und er dachte: „Da bleib ich jetzt.“ Es sollte anders kommen: 1996 ging er nach Frankfurt und 2005 nach Ulm. Sieht aus, als würde er hier tatsächlich bleiben …

Ihr bevorzugtester Leseplatz?
Gerne bequem, also auf dem Sofa.

Ihre verrückteste Leidenschaft?
Mit dem Camper, dem Motorrad und meiner Frau die Welt entdecken.

Ihr wichtigstes Leseerlebnis?
„Der Steppenwolf“ – im Deutsch-Leistungskurs.

In welcher Romanverfilmung wären Sie die Idealbesetzung?
Als fieser Bürotyrann der Abteilungsleiter Stromberg.

Wem wären Sie gerne begegnet?
Als bekennender Existentialist: Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir.

Ihr tollstes Erfolgserlebnis?
Sieben Alpenpässe mit dem Motorrad – an einem Tag! (Habe ich schon öfters gemacht, Kopf-frei-Fahrt!)

Was sammeln Sie mit Begeisterung?
Zum Glück nichts mehr: Wir sind seit Jahren auf dem Entrümpeln-befreit-Trip à la Simplify your life. Das Ziel: mehr Klarheit, um sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

Welche Lebensempfehlung aus einem Buch haben Sie am konsequentesten umgesetzt? Mit welchem Ergebnis?
„Ich bin ein Clown und sammle Augenblicke.“ Dieser Satz aus Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“ ist mein Lebensmotto geworden. Das Leben ist endlich und man sollte versuchen, es zu genießen und sich selbst immer wieder Highlights setzen.

Worin besteht Ihr verkanntes Talent, dessen Entdeckung längst überfällig ist?
Wenn ich mit 60 Lebensjahren noch ungenutzte Talente hätte, dann hätte ich irgendetwas falsch gemacht.

Mit wem würden Sie gerne mal im Aufzug stecken bleiben?
Ganz klar: Udo Lindenberg, ein wirklich großes Idol von mir. Ich war vor 2 Jahren auf seinem Konzert in München, Wahnsinn! Lindenberg ist mit so einer Begeisterung bei der Sache – mit ihm könnte der Aufzug gerne länger feststecken.

Ihre Gründe, Buchhändler zu werden und auch heute noch gern zu sein?
Gerade in Zeiten von Fake News, Vereinfachung und Populismus können wir Buchhändler ein Gegengewicht setzen mit Aufklärung, Förderung der Meinungsvielfalt und Toleranz! Dank der Bücher können wir zur Meinungsbildung beitragen und Themen auch kontrovers darstellen.

Welches Kundenkompliment hat Sie am meisten gefreut?
Wir haben hier in Ulm tatsächlich Kunden, die sich persönlich äußern. Gerade heute kam ein Kunde, um sich für die extrem hilfsbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier zu bedanken. Er hat uns sogar einen Kuchen gebacken – ist das zu glauben? Über solche positiven Reaktionen freue ich mich natürlich, vor allem für meine Mitarbeiter. Und so ein Feedback gebe ich natürlich gerne ins Haus weiter.

Wie viele Bücher/Hörbücher lesen bzw. hören Sie im Durchschnitt pro Woche?
Wirklich freie Zeit zum Lesen finde ich zumeist am Wochenende oder im Urlaub.

Vier persönliche Lesetipps:

Sarah Bakewell
„Das Café der Existenzialisten“
C.H.Beck
16,95 €

Auch als eBook auf Hugendubel.de erhältlich

170 Lesepunkte sammeln
Albert Camus
„Die Pest“
Rowohlt
12,00 €

Auch als eBook | Hörbuch auf Hugendubel.de erhältlich

120 Lesepunkte sammeln
Isabelle Autissier
„Herz auf Eis“
Goldmann
10,00 €

Auch als eBook auf Hugendubel.de erhältlich

100 Lesepunkte sammeln
Roland Schulz
„So sterben wir“
Piper
11,00 €

Auch als eBook auf Hugendubel.de erhältlich

110 Lesepunkte sammeln