© Elisa Cunningham, 2019

Langweilige Gerichte schnell interessanter gemacht

Geschätzte Lesezeit ca. 10 Minuten

Man kann nicht ständig interessante Gerichte auf den Tisch bringen, ganz egal, wie gut sortiert der Kühlschrank oder das Kochbuchregal ist. Das ist eine Tatsache. Manchmal hat man einfach nur Hunger, aber keine Inspiration, und man schustert ohne ein brauchbares Rezept irgendwas zusammen, was aber – du weißt das – so viel mehr sein könnte. (Ich denke da vor allem an die Art von Gerichten, die sich stark auf Linsen, Pasta, Dosentomaten und Gemüse aus dem unteren Kühlschrankfach stützen.) Es gibt vier Dinge, die du spontan tun kannst, um dein Essen zu verbessern und eine Mahlzeit zuzubereiten, die ein bisschen besonders wirkt, eine Mahlzeit, die es wert ist, fotografiert zu werden, eine Mahlzeit, die es wert ist, sie zu genießen.

„Safranjoghurt“

Das erste dieser Dinge ist Safranjoghurt: goldgelb, sanft und weich, was viel raffinierter klingt, als es ist. Besonders gut schmeckt er zu Linsengerichten wie Dal und Linsensuppe, mundet aber auch zu fast jedem reichhaltigen, stark gewürzten Eintopf oder Auflauf. Mit ein wenig gehackter Petersilie macht er sich außerdem gut vor einem dunklen Hintergrund.

  • 1 Prise Safranfäden
  • 1 TL kochendes Wasser
  • 1 TL Meersalzflocken
  • 2 EL vollfetter, fester Naturjoghurt
  • fein abgeriebene Schale von
  • ½ Zitrone
  • 1 TL natives Olivenöl extra

Zeit:

Zubereitungszeit: ca. 1 Stunde

Zubereitung:

In einer kleinen Schüssel den Safran mit dem kochenden Wasser und dem Salz vermengen. Wenn sich das Salz aufgelöst hat, den Joghurt und die Zitronenschale einrühren. Den Joghurt mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 45 Minuten stehen lassen – je länger du ihn  stehen lässt, desto satter wird die dottergelbe Farbe.

 

„Salsa verde“

Das zweite dieser Dinge ist Salsa verde: lebhaft grün und endlos köstlich. Sie schmeckt wunderbar als Dressing, über gegartes Fleisch (Lammkoteletts lieben sie) oder Fisch geträufelt oder als Marinade. Sie lässt sich auch als Dip verwenden oder dünn auf Toast streichen.  Wahnsinnig gut zu neuen Kartoffeln. Ich verwende meist Kräuter im Verhältnis 2:1:1 – Petersilie zu Koriander zu Basilikum –, aber du kannst gern deinem Geschmack entsprechend experimentieren. Die Salsa hält sich ein paar Tage im Kühlschrank und lässt sich prima in einer Eiswürfelschale einfrieren.

  • 1 großes Bund glatte Petersilie
  • 1 kleines Bund Koriander
  • 1 kleines Bund Basilikum
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 große Sardellenfilets
  • ein paar Kapern, wenn du magst
  • 1 EL Senf
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1 TL Essig
  • 4 EL natives Olivenöl extran

Zeit:

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Die Kräuter waschen und mitsamt den Stielen in eine Küchenmaschine oder einen Standmixer füllen, dann alle anderen Zutaten zufügen. (Gib um Gottes willen kein Salz dazu, erst recht nicht, wenn du Kapern nimmst.) Pürieren, bis alles glatt ist.

„Pangrattato“

Das dritte dieser Dinge ist Pangrattato, was auf Italienisch „Brotbrösel“ heißt, aber es ist so viel mehr als das. Im Grunde sind es knusprige, „chiliige“, pikant-würzige Brotbrösel: Streu sie über einen Risotto oder mit Olivenöl und einem Spiegelei über Linguine oder gib sie für einen Extrakick in Salate.

  • 2 dicke Scheiben des besten altbackenen (oder getoasteten) Brots, das du hast
  • 1 Zitrone
  • 2 TL Chiliflocken
  • 2 TL Olivenöl
  • Meersalzflocken
  • schwarzer Pfeffer

Zeit:

Zubereitungszeit: ca. 30 – 40 Minuten

Zubereitung:

Das Brot in kleine Stücke reißen und die Zitronenschale abreiben, dann beides in eine Küchenmaschine oder einen Standmixer werfen. Die Chiliflocken, einen Teelöffel Salz und ein paar Umdrehungen schwarzen Pfeffer aus der Mühle zugeben, dann alles zu feinen Bröseln  zermahlen. Eine große, beschichtete Bratpfanne bei niedriger Temperatur auf den Herd stellen, die Brotbrösel hineingeben und das Öl darüberträufeln. Umrühren. Rösten, immer wieder rühren, bis alles etwas dunkler als goldbraun ist.

 

Hau ein Ei drüber …

Und das Vierte, was du tun kannst, ist, ein Ei darüberzuschlagen. Gib einfach ein Ei darüber. Gebraten oder weich gekocht (siehe Seiten 59 und 62–63, wenn du nicht genau weißt, wie), entweder/oder. Ein Ei ist Protein, und ein Ei – vor allem ein in Fett gebratenes mit gekräuseltem Rand – ist etwas Schönes.

  • 1 Ei

Zeit:

Zubereitungszeit: ca. 5 Minuten

Ella Risbridger
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