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Jörg Maurer auf Verbrecher- und Forellenfang

Geschätzte Lesezeit ca. 9 Minuten

Die 13 wird zur Glückszahl, wenn Jörg Maurer am Werk ist. Und zwar zweifach: „Der Tod serviert den letzten Gang“ im gleichnamigen 13. Fall von Kommissar Hubertus Jennerwein, der im Feinschmecker-Milieu ermittelt. Als perfekte Ergänzung dazu krönt Alpenkrimi-König Maurer seine Bestsellerreihe mit einem abwechslungsreichen Büfett an Köstlichkeiten in seinem ersten Kochbuch. Das Motto: „Wer kocht, hat keine Zeit zu morden!“ Eine kühne Behauptung, denn die meisten Küchen sind wahre Waffendepots mit gewetzten Messern, schlagkräftigen Gusseisenpfannen usw., wie Maurer zu bedenken gibt.

Aber wer möchte schon Kochutensilien zweckentfremden, wenn so originelle Gerichte locken? Die Kreationen reichen vom „Lachs-Duell“ über „Zwiebelkuchen nach Art der Elsässer Taschendiebe“ und „Ludwig Stengeles Kimchi-Spätzle“ bis zur „Minestrone Mezzogiorno“ gemäß Erfolgsgeheimnis des genussfreudigen Bestatterehepaars Grasegger. Bodenständiges bekommt bei Maurer im Handumdrehen einen Schuss Raffinesse, z.B. Erdbeer-Mozzarella-Salat mit Pastis-Fenchel oder „Jennerweins Hüttensüppchen Tom Kha Gai“, die eindrucksvolle Premiere des Kommissars am Herd. Zur Brotzeit gibt es „Weiche Tränen des Morgens“, wie einst in China, so Maurer, die Vorläufer der Weißwurst genannt wurden, die er mit Zanderfüllung veredelt. Von Salaten über Hauptgerichte bis zu Desserts: Alle Rezepte sind mit Extras und bewährten Tipps des leidenschaftlichen Hobbykochs Jörg Maurer versehen, der aus langjähriger Erfahrung schöpft.

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„Forellen mit Mandeln und Speck“

Für 4 Personen; Zubereitungszeit ca. 45 Min.

  • 4 küchenfertige Forellen (à 250–300 g)
  • Salz
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Saft von 1 Zitrone
  • 2 EL Olivenöl
  • 4 Scheiben luftgetrockneter Schinken
  • Weizenmehl Type 405
  • 100 g Schinkenspeck
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • 4 EL Mandelsplitter
  • 4 EL trockener Sherry

Für den Spinatsalat:

  • 1 Scharlotte
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • 800 g Baby-Spinat
  • Salz
  • Nelkenpulver
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • etwas Zitronensaft

Zum Anrichten:

Baguette

Zubereitung:

Forellen mit Mandeln und Speck:

Die Forellen waschen und trockentupfen. Die Fische auf eine flache Platte legen, innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen und mit Zitronensaft beträufeln. Die Platte abgedeckt für mind. 10 Minuten in den Kühlschrank stellen. 1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Schinkenscheiben glasig schwitzen, dann den Schinken in die Forellen füllen. Das Mehl auf einem Teller verteilen. Die Forellen darin wenden und in der Pfanne, in der vorher der Speck ausgebraten wurde, rundherum goldbraun anbraten. Eine Auflaufform mit dem restlichen Olivenöl (1 EL) einpinseln und die Forellen hineinlegen.

Den Schinkenspeck klein würfeln, den Knoblauch abziehen und fein hacken. Die Petersilie waschen, trockenschütteln, die Blätter abzupfen und fein hacken. Die Schinkenwürfel in der Pfanne auslassen, den Knoblauch zugeben und kurz anschwitzen. Die Petersilie und die Mandelsplitter dazugeben. Nach zwei Minuten mit dem Sherry ablöschen und den Pfanneninhalt über die Forellen verteilen. Die Fische entsprechend ihrer Größe 10–15 Minuten auf der mittleren Schiene im auf 200°C vorgeheizten Backofen fertiggaren.

Spinatsalat:

Die Schalotte und den Knoblauch abziehen und fein würfeln. Das Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Schalotte und den Knoblauch darin glasig schwitzen. Anschließend die Pfanne beiseitestellen. Den Spinat waschen und putzen. Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und den Spinat einige Sekunden blanchieren. Den Spinat dann in einem Sieb kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. In einer Schüssel die gedünsteten Schalotten, etwas Salz, Nelkenpulver, Muskatnuss und Zitronensaft zu einer Marinade vermischen. Den blanchierten Spinat unterheben.

Anrichten:

Die Forellen auf die Teller verteilen und mit dem Spinatsalat und dem Baguette servieren.

„Ich steh‘ auf regionale Zutaten! Bei uns im Viertel gibt es ein kleines Geschäft, da kaufe ich oft ein. Gemüse, Obst, Fisch, alles regional! Im Hinterzimmer befindet sich eine regionale Agentur für Auftragskiller, die verwenden ausschließlich Waffen aus der Umgebung: Armbruste aus Zirbelholz, Steinschleudern aus dem Höllental oder die eigenen zwei Pratzen – Kill local.“ Jörg Maurer

Jörg Maurer
„Wer kocht, hat keine Zeit zu morden“
Christian Verlag
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