© Bernd Jaworek

1001 Gewürze

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ZUM PUBLIKUMSLIEBLING wurde Sila Sahin in Deutschlands erfolgreichster Fernseh-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. In ihrem Element ist die Schauspielerin jedoch nicht nur vor der Kamera, sondern auch in der Küche – vor allem, seit sie und ihr Ehemann Samuel Radlinger zwei kleine Söhne haben. Ihre Freude am Kochen und gemeinsamen Genießen teilt sie in „Silaʼs Orientküche“ – mit den feinsten türkischen Klassikern aus ihrem Familienrepertoire: vom Frühstück bis zum Festessen!

© Bernd Jaworek

An „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kommt man bei Ihnen einfach nicht vorbei. Die Frage, ob Sie wieder zurückkehren, ist in den Medien und unter Fans immer noch ein großes Thema. Für Sie auch?
Verrückt, aber wahr, ich werde immer noch täglich danach gefragt, ob ich nicht zurückkommen mag. Bisher steht aber keine Rückkehr an.

Was ist momentan Ihre Haupt- beziehungsweise Lieblingsrolle?
Ganz klar, Mama sein! Es ist aber auch die anspruchsvollste Rolle, die ich je hatte. Die große Herausforderung dabei ist, dass Elija und Noah gleichzeitig die Regie übernehmen wollen.

„Eine Tasse Kaffee austrinken, bevor er kalt wird, kannste knicken als Mutti“, haben Sie gepostet. Wie meistern Sie den Balanceakt?
Die größte Herausforderung ist tatsächlich, dass keiner zu kurz kommt. 

Was sind inmitten des Trubels für Sie Oasen der Ruhe? Wo und wie können Sie am besten auftanken?

Die Zeit der Ruheoasen ist definitiv vorbei. Bei zwei so kleinen Kindern, die so nah beieinander sind, wird es ehrlich gesagt sehr schwer mit dem Auftanken.

„Ich liebe die Improvisation!“

Was sind inmitten des Trubels für Sie Oasen der Ruhe? Wo und wie können Sie am besten auftanken?
Die Zeit der Ruheoasen ist definitiv vorbei. Bei zwei so kleinen Kindern, die so nah beieinander sind, wird es – ehrlich gesagt – sehr schwer mit dem Auftanken.
 
Was hat Sie nun zu Ihrem ersten Kochbuch beflügelt?


Ich liebe das Kochen. Und die Anfrage nach meinen Rezepten war bei meinen Followern / Fans groß. Ergänzend kam der GU Verlag mit der Idee auf mich zu.


 
Sie bekennen: „Meine Küche ist der Spiegel meiner Seele.“ Was umfasst die Küchensymbolik für Sie? 


Ich liebe Gewürze. Sie können soviel Stimmung in unser Leben bringen. Und ja, gutes Essen berührt die Sinne und macht glücklich, das weiß ich. Ich finde auch, dass Kochen in der heutigen schnelllebigen Zeit ein echter Liebesbeweis ist.


 
Das Kochen haben Sie einst ganz traditionell von Ihrer Mutter gelernt. Im Alltag, indem Sie ihr über die Schulter schauten? 


Ja, ich habe viel zugesehen. Wir saßen meistens eh in der Küche, hatten eine Sitzecke, von der aus man alles super beobachten konnte. Aber ich habe auch schon früh mit angepackt. Weinblätter (Sarma) einrollen, Börekteig ausrollen usw. 


„Alleine essen macht nur halb satt …“

Türkische Koch- und Esskultur hat viel zu tun mit Gemeinschaftserlebnissen. Wie pflegen Sie das in Ihrem eigenen Alltag?
Ich liebe es, mit mehreren Leuten zu essen. Alleine essen macht nur halb satt, finde ich. Essen ist eine Wohltat für sich und seine Mitmenschen, so denke ich und das liebe ich – zu teilen, egal, wer gerade zu Besuch ist. Bei uns geht keiner hungrig nach Hause!



Sie sind in Berlin geboren und aufgewachsen. Was wurde aufgetischt?
Meine Mama kommt aus Ordu / Mesudiye, das ist am Schwarzen Meer. Sie hat immer gerne viel Reis mit grünen Bohnen (Taze Fasülye mit Pilaw) oder Joghurt-Suppe (Yayla Corbasi) gemacht und auch viel Hähnchengerichte im Ofen mit Nohut (Linsen) oder anderen Hülsenfrüchten. Aber am Wochenende gab es immer Börek mit Schafskäse und Gözleme mit Spinat oder Kartoffelfüllungen (Yufkateigtaschen) oder immer so viel Milchreis (Sütlac), dass es für die ganze Nachbarschaft gereicht hat.


Kochen Sie exakt nach Rezept oder improvisieren Sie lieber?
Ich liebe definitiv die Improvisation. Es wird auch jedes Mal ein bisschen anders. Kommt auf meine Laune an, mal süßer, mal schärfer … Den Gewürzen sei Dank. Ich koche auch nie mit Messbecher oder Waage.


„Essen – Ehrensache!“

Wie lautet Ihre ganz persönliche Definition von Esskultur? Was gehört für Sie unbedingt dazu?
Essen ist für mich Ehrensache!



Was ist für Sie die allerwichtigste Zutat der orientalischen Küche?
Hülsenfrüchte.



Wie haben Sie die Rezepte für Ihr Kochbuch ausgewählt?
Es sind exakt die Rezepte, die meinem Gaumen schmeicheln. Und ich finde, ich habe einen guten Geschmackssinn. Das muss auch anderen schmecken, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt. :)


„Das Auge isst ja bekanntlich mit!“

Einfallsreichtum ist gefragt, um Kinder auf den Gemüse-Geschmack zu bringen. Wie gelingt es Ihnen?
Ich habe sehr früh angefangen, ihnen Gemüse zu geben, mit 6 Monaten durften sie schon probieren, natürlich alles püriert. Daher lieben sie Gemüse bisher immer noch. Ich erzähle ihnen immer, dass das ihre Lieblingshelden auch immer essen, damit sie stark sind. Bei Elija klappt das mit Dinos ganz gut. Noah probiert gerade gerne alles aus. Aber natürlich ist es auch wichtig, ihnen die Teller schön anzurichten, das habe ich von meinem Vater gelernt. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

2012 wurden Sie bei der Verleihung des „German Soap Award“ für Ihre Rolle als Ayla Höfer in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mehrfach gekürt, unter anderem als „sexiest Woman“. Was verbinden Sie mit dieser Auszeichnung? Und was ist Ihnen heute am wichtigsten, um sich in Ihrer Haut wohlzufühlen?
Heute ist es mir soviel weniger wichtig als damals. Sexy Essen ist mir zum Beispiel noch wichtiger geworden.

Nach der zweiten Schwangerschaft war es Ihr erklärtes Ziel, wieder in Ihre guten alten Jeans zu passen. Wie haben Sie es geschafft?
Ich habe meine Lieblingssuppen und Salate gegessen, die auch in meinem Buch im Kapitel „Healthy Week“ enthalten sind. Und man hat natürlich auch viel zu rennen bei zwei Babys. 



Ein eigenes Kapitel widmen Sie der Erkenntnis „Liebe geht durch den Magen“. Was inspirierte Sie dazu und was liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ein leckeres Essen in angenehmer Atmosphäre kann in bestimmten Situationen, wie in der Verliebtheitsphase oder bei der Versöhnung nach einem Streit, die Wechselwirkung zwischen den Hormonen Cortisol und Endorphin verstärken und ein beinahe rauschartiges Wohlbefinden auslösen.



Als krönendes Finale in Ihrem Buch präsentieren Sie Desserts. Welche Leitlinie gilt in Ihrer Familie beim Naschen und was sind Ihre Favoriten?
Naschen gehört doch nach soviel Alltagsstress dazu! Am Abend nasche ich am liebsten. Baklava Style Pancakes und Quitten in Gewürzsirup liebe ich sehr, mmh!

„Gewürze machen die orientalische Küche einzigartig!“

Wozu möchten Sie mit Ihrem Buch einladen und ermutigen?
Eine sagenhafte Vielfalt an Gewürzen macht die orientalische Küche einzigartig. Kombiniert mit Getreidesorten wie Couscous, viel Gemüse und energiespendenden Hülsenfrüchten machen sie die Eintöpfe, Suppen, Reisgerichte und viele weitere Köstlichkeiten zum Erlebnis für alle Sinne. Versprochen!